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  Believe on the light, that ye may become sons of light!

Bishop Hilarion Alfeyev

   
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07 August, 2008
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Papst Johannes Paul II. zum Gedenken

Bischof von Wien und Österreich HILARION (Alfeyev), Vertreter der Russischen Orthodoxen Kirche bei den Europäischen Institutionen

 

Er war ein großer Papst, vielleicht einer der größten in der gesamten Geschichte der Römisch-Katholischen Kirche. Es besteht kein Zweifel, dass er durch die Kirche, der er sein ganzes Leben geweiht hat, bald selig und heilig gesprochen werden wird.

 

Er war der einflussreichste religiöse Führer der Gegenwart und leistete ein Beitrag zur gesamten Menschheitskultur. Sein Einfluss reichte tatsächlich weit über die Römisch-Katholische Kirche hinaus, deren Oberhaupt er mehr als ein Viertel Jahrhundert war. Seine Botschaft wurde von Millionen von Menschen überall auf der Welt gehört und geschätzt, nicht nur von Katholiken, sondern auch von Orthodoxen, Protestanten, Anglikanern, Juden, Muslimen, Anhängern anderer Religionen und – was vielleicht am bemerkenswertesten ist – auch von ungläubigen Menschen. Durch seine Präsenz, durch seine Worte, durch sein Lächeln und durch seine außergewöhnliche Offenheit war er imstande, Christus Millionen von Menschen näher zu bringen.

 

In einer Zeit, in der säkulare Politiker in den meisten Ländern des Westens sich intensiv bemühen, die Religion aus der Öffentlichkeit zu vertreiben, sie auf den Bereich der privaten Frömmigkeit zu beschränken und sie von Schulen, Universitäten und aus den Massenmedien zu verbannen, war Johannes Paul II. eine Person der Öffentlichkeit von solcher Größe, dass über jede seiner Reisen ausführlich berichtet und jede seiner Aussagen weltweit durch die Massenmedien kommentiert wurde.

 

Er war ein „orthodoxer“ Papst im Sinn der Bewahrung der traditionellen Haltung seiner Kirche zu Dogma und Moral. Sein Einsatz für moralische Werte – wie in Bezug auf Ehe und Familie, Abtreibung, Verhütung, Euthanasie und vieles andere – rief sehr oft die Kritik derjenigen hervor, welche die traditionellen Werte durch säkulare ersetzen wollten und sich bemühten, den Humanismus der Religion entgegenzustellen. In seiner Traditionalität war der Papst jedoch keineswegs weniger human, da er fähig war, einen universalen Humanismus im Gegensatz zur atheistischen Version des Humanismus auf geistlichen Werten zu begründen. Viele Jahre leistete er Widerstand gegen den Atheismus in seinem eigenen Land Polen und spielte eine Rolle beim Zusammenbruch der atheistischen totalitären Regime in Osteuropa, aber er leistete auch einen enormen Beitrag zur Wiederentdeckung des Glaubens durch viele von denen, die ihn wegen des in den westlichen demokratischen Gesellschaften vorherrschenden Liberalismus und Relativismus verloren hatten.

 

Sein Leben fiel mit gewaltigen geopolitischen Umwälzungen zusammen, die das Antlitz Europas für immer veränderten. Diese Veränderungen führten unglücklicherweise nicht nur zur Einführung der Religionsfreiheit in jenen osteuropäischen Ländern, wo sie vormals verletzt worden war, sondern auch zu einer Verschärfung der interkonfessionellen Situation in einigen Regionen Osteuropas. Es entstand eine Reihe von Problemen, speziell zwischen Orthodoxen und Katholiken in Russland und in der Ukraine, welche die Führer der Orthodoxen Kirche in beiden Ländern von einem Treffen mit dem Papst abhielten. Diese Probleme warten noch auf ihre Lösung.

 

Ich habe den Papst zweimal getroffen, bei beiden Gelegenheiten hatte ich ihm eine Botschaft vom Patriarchen von Moskau Aleksij II. zu übermitteln. Bei unserer zweiten und letzten Begegnung am 21. Januar 2002 war ich mit der etwas delikaten Aufgabe betraut, dem Papst die Bedingungen zu erklären, unter denen ein Treffen mit dem Vorsteher der Russischen Orthodoxen Kirche möglich gewesen wäre. Er war sich dieser Bedingungen, aus denen niemals ein Geheimnis gemacht worden war, natürlich voll bewusst. Zu ihnen gehörten der explizite Verzicht auf alle Formen des Proselytismus auf dem kanonischen Territorium des Moskauer Patriarchats sowie die Anerkennung der Tatsache, dass der Uniatismus weiterhin nicht mehr als Weg zur christlichen Einheit gelten dürfe. Es ist zu hoffen, dass diese Prinzipien in einer gemeinsamen Erklärung der Oberhäupter der Römisch-Katholischen und der Russischen Orthodoxen Kirche reflektiert werden, sobald ein Treffen zwischen ihnen stattfinden wird. Ein solches Treffen könnte den Weg zu einer neuen Seite in den Beziehungen zwischen diesen beiden traditionellen Kirchen ebnen, deren gemeinsames und geeintes Zeugnis für die Welt so extrem wichtig und zeitgemäß wäre.

 

Die letzte Krankheit und der Tod des Papstes waren so außergewöhnlich wie sein Leben und Dienst. Durch mehrere aufeinander folgende Tage, von Minute zu Minute, berichteten alle führenden Massenmedien der Welt über den Verlauf seines Todeskampfes, wobei sie gleichzeitig seinen langen Dienst an der Menschheit kommentierten. Sogar als Johannes Paul II. still auf seinem Totenbett lag, konnte er weiterhin die christliche Botschaft der Hoffnung und Auferstehung verbreiten.

 

Möge seine Seele in Frieden ruhen und sein Gedächtnis ewig währen.

 
© Bishop Hilarion Alfeyev